Zum Inhalt springen

01

Beruf

SAP

SAP Inhouse & Anwendungsbetreuung

Die Anwendungsbetreuung sagt nicht, welches Modul jemand kann, sondern wo er sitzt: im Haus des Anwenders und nicht in der Beratung. Inhouse Consultant, Application Manager, Key User – es ist die Rolle, die das System am Laufen hält, statt es einzuführen.

Offene Stellen
39
Berufseinstieg
4.000 €
Mit Berufserfahrung
5.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.000 €

Monatsbrutto, bundesweiter Median je Erfahrungsstufe. Die Aufschlüsselung steht weiter unten.

02

Stellen

Offene Stellen als SAP Inhouse & Anwendungsbetreuung

In der Suche fortsetzen
Alle Anzeigen zu diesem Beruf

03

Verdienst

Was man als SAP Inhouse & Anwendungsbetreuung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.000 € 4.500 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.000 € 5.700 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.000 € 6.900 € 72.000 €

Gerundete Orientierungswerte für eine Vollzeitstelle; die Anzeigen dieses Portals enthalten keine Gehaltsangaben. Diese Rolle liegt systematisch unter der Beratung im selben Modul – der Abstand ist der Preis für den Verzicht auf Reisetätigkeit und für einen Arbeitsplatz, der keinen Auslastungsdruck kennt. Nach oben ziehen mehrere sicher beherrschte Module und die Prozessverantwortung, nach unten der öffentliche Dienst mit TVöD und TV-L. In tarifgebundenen Industriebetrieben relativieren Sonderzahlungen und Arbeitszeit den Abstand zur Beratung erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

04

Berufsbild

Das Berufsbild

Was macht ein SAP-Inhouse-Berater?

Er betreut das System im eigenen Haus, und der Unterschied zur Beratung liegt nicht im Können, sondern im Verhältnis zur Sache. Der Berater kommt für ein Projekt und geht wieder; der Anwendungsbetreuer lebt mit dem Ergebnis. Er hat dieselben Anwender im nächsten Jahr wieder am Telefon und trägt die Folgen jeder Einstellung, die er heute vornimmt.

Der Alltag besteht aus vier Teilen. Erstens Störungen und Fragen: Meldungen aus den Fachabteilungen annehmen, eingrenzen, lösen oder an den Hersteller weitergeben – zweite Ebene, nicht erste. Zweitens Änderungen: kleine Anpassungen am Einstellungsbestand, neue Berichte, neue Belegarten, neue Organisationseinheiten, jeweils mit Test und Transport. Drittens Weiterentwicklung: Anforderungen der Fachbereiche aufnehmen, bewerten, in Projekte bündeln und externe Dienstleister dabei fachlich führen. Viertens Betrieb: Releasewechsel, Support Packages und Umstellungen mittesten, Schulungen halten, Dokumentation pflegen.

Die Umstellung auf S/4HANA trifft diese Rolle in einer eigenen Härte: Sie findet neben dem Tagesgeschäft statt. Das Projekt läuft, die Tickets laufen weiter, und beides beansprucht dieselben Leute – in vielen Häusern ist genau das die eigentliche Belastung dieser Jahre.

Wie wird man Inhouse-Berater?

Meist aus dem Fachbereich, den man betreut. Der klassische Weg beginnt als Key User: Jemand kennt seinen Prozess besonders gut, wird Ansprechpartner für Kollegen, übernimmt Tests bei Änderungen und wechselt irgendwann ganz in die Systembetreuung. Der zweite Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik in eine Einstiegsstelle in der IT-Abteilung, der dritte über einige Jahre in der Beratung – ein häufiger und bewusster Wechsel, meist mit dem Ziel, die Reisetätigkeit zu beenden.

Was die Arbeit verlangt

Unterbrechbarkeit. Wer eine Anpassung konzipiert und dabei dreimal am Tag aus einer Fachabteilung angerufen wird, braucht eine Arbeitsweise, die das aushält. Dazu kommt Geduld mit denselben Fragen und die Fähigkeit, nein zu sagen: Nicht jede Anforderung ist eine Verbesserung, und der Standard hat einen Wert, den nur jemand verteidigt, der das nächste Upgrade selbst durchstehen muss.

Der unbequeme Teil ist die Sichtbarkeit. Gute Anwendungsbetreuung fällt nicht auf; auffällig wird sie, wenn etwas nicht geht.

Aussichten

Stabil und breit. Jedes Unternehmen, das SAP einsetzt, braucht diese Rolle dauerhaft, und die Stellen sind über alle Branchen und Regionen verteilt – auch abseits der Ballungsräume. Wege führen in die Prozessverantwortung, in die Leitung der SAP-Anwendungen oder zurück in die Beratung, wo die Betriebserfahrung geschätzt wird.

Aufgaben

  • Meldungen der Fachbereiche auf zweiter Ebene bearbeiten
  • Einstellungen im System anpassen, testen und transportieren
  • Anforderungen aufnehmen, bewerten und in Änderungen überführen
  • Releasewechsel und Support Packages fachlich testen
  • Externe Dienstleister fachlich führen und Ergebnisse abnehmen
  • Key User und Anwender schulen
  • Prozessdokumentation und Testfälle pflegen
  • Bei Einführungs- und Umstellungsprojekten den Fachbereich vertreten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder technische Ausbildung, alternativ ein Studium der Wirtschaftsinformatik
  • Sichere Kenntnisse in mindestens einem SAP-Modul und im zugehörigen Geschäftsprozess
  • Erfahrung im Umgang mit Anwendern und ihren Anliegen
  • Verständliche Erklärung technischer Sachverhalte
  • Fähigkeit, Anforderungen abzulehnen und den Standard zu begründen
  • Belastbarkeit, wenn Projekt und Tagesgeschäft gleichzeitig laufen

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Shared-Service-Center von Konzernen
  • Energieversorger, Verkehrsbetriebe und Krankenhäuser
  • Banken, Versicherungen und Krankenkassen
  • Öffentliche Verwaltungen und kommunale Rechenzentren

Der Weg in den Beruf

Ein eigener Ausbildungsweg existiert nicht. Der häufigste Zugang führt über eine kaufmännische oder technische Ausbildung, mehrere Jahre im Fachbereich und die Rolle des Key Users, aus der heraus der Wechsel in die IT-Abteilung erfolgt. Daneben stehen ein Studium der Wirtschaftsinformatik mit Einstieg in die IT-Abteilung und der Wechsel aus der Beratung nach einigen Jahren Projektarbeit. Das Modulwissen kommt über die Praxis, ergänzt um Herstellerschulungen und die Zertifizierungen von SAP.

05

Ratgeber

Passend dazu im Ratgeber

Alle Artikel

Der öffentliche Dienst als IT-Arbeitgeber: was dort anders läuft

Behörden, Landesbetriebe, kommunale Rechenzentren und Sozialversicherungsträger beschäftigen IT-Fachkräfte in erheblicher Zahl – nach einer Systematik, die mit der privatwirtschaftlichen Gehaltsverhandlung wenig zu tun hat. Wer sie versteht, vergleicht Angebote richtig.

7 Min. Lesezeit

Diese Seite setzt nur die Cookies, die für den Betrieb nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.